Namen merken

Am 09. August 2015 habe ich mir in 90 Minuten während einer Live-Sendung des "ZDF-Fernsehgartens" die Vornamen von 200 Personen korrekt eingeprägt. Seitdem werde ich oft gefragt, wie ich das gemacht habe und ob das ein angeborenes Talent sei. Meine Antwort: Das habe ich mir antrainiert und Sie können das auch lernen! Wie an das Ganze herangehe, versuche ich Ihnen im Folgenden zu erklären:

 

Das Einprägen von Namen und Gesichtern ist wohl die Disziplin bei Gedächtnismeisterschaften, die den größten Bezug zum Alltag hat. Sie kennen vielleicht folgendes Szenario: Sie lernen in kurzer Zeit viele neue Leute kennen. Natürlich möchten Sie sich die Namen der Personen einprägen, um diese zum Beispiel hinterher gezielt anzusprechen zu können. Häufig endet es aber so, dass man bei der Verabschiedung keinen blassen Schimmer hat, wie die meisten Personen heißen. Tatsache ist, dass die Leute sich freuen, wenn sie mit ihrem Namen angesprochen werden.

 

Das Einprägen von Namen erachten viele Leute als schwierig, aber dies kann man lernen!

 

1. Zuhören - Zuallererst müssen Sie sich vergewissern, wie die Person überhaupt heißt. Wenn Sie eine neue Person kennenlernen, kann es dazu kommen, dass man den Namen aus akustischen Gründen nicht ganz versteht. Die meisten fragen nicht noch einmal nach, aber scheuen Sie sich nicht, schließlich wollen Sie sich den Namen der Person einprägen.

 

2. Verbindung suchen - Nachdem Sie den Namen gehört haben, versuchen Sie eine Verbindung zum Namen herzustellen. Vielleicht kennen Sie zufällig jemanden, der/die genau so heißt. Auch ein Gegenstand ist in Ordnung, solange Sie wissen, dass dieser für den Namen dieser Person steht. Bsp.: Müller (Beruf oder Fußballspieler)

 

3. Merkmal suchen - Danach suchen Sie sich ein Merkmal dieser Person. Dieses Merkmal könnten zum Beispiel eine Brille, eine große Stirn oder eine auffällige Frisur sein, je nach dem, was Ihnen zuerst an der Person auffällt.

 

4. Verknüpfen - Nachdem Sie eine Verbindung zum Namen und ein Merkmal gefunden haben, können Sie diese mit einer kleinen Geschichte verbinden. Dies klingt leichter als es ist, wie Sie im Beispiel unten erfahren werden.

 

Bsp.: Sie möchten sich meinen Namen einprägen. Was assoziieren Sie mit dem Namen Johannes? Johannisbeeren vielleicht? Dann könnten Sie sich zum Beispiel vorstellen, wie Sie versuchen mich mit Johannisbeeren abzuwerfen (und ich werfe zurück). Dabei versuchen Sie die ganze Zeit auf meine Brille zu zielen, um diese zu beschädigen bzw. mein Sichtfeld einzuschränken. Klingt ziemlich verrückt und das ist es nämlich auch, denn unser Gehirn prägt sich komische/lustige/verrückte Szenen einfacher ein als abstrakte Informationen.

 

Das Wichtige bei dieser ganzen Sache ist, dass Sie sich das so bildlich wie möglich vorstellen, als würde dies in echt passieren. Ich bin mir sicher, dass Sie sich nun meinen Namen eingeprägt haben. Wenn nicht, bilden Sie ihre eigene Geschichte und üben das Namen merken, sobald Sie eine neuen Person kennenlernen.

 

Wenn dies zu Beginn nicht immer ganz klappt, geben Sie nicht auf, denn Übung macht den Meister! Je öfter Sie es probieren, desto schneller fallen Ihnen Verbindungen zu verschiedenen Namen ein. Sie werden erstaunt sein, wie leicht das Ganze ist, wenn man es ein paar mal gemacht hat.